Die meisten Trader verlieren Geld, weil sie versuchen, jeden kleinen Rücksetzer zu shorten („Top Fishing“). In dieser Fallstudie analysieren wir einen strategischen Short, der auf Wochen- und Monatscharts basiert. Wir lernen, wie wir historische Übertreibungen erkennen und – noch wichtiger – wie wir sie mit dem richtigen Instrument und Risikomanagement handeln, ohne pleitezugehen, bevor der Crash kommt.
Wir betrachten einen Index (z.B. DAX), der ein neues Allzeithoch markiert hat. Doch der Blick unter die Motorhaube zeigt Warnsignale.
Während der Preis neue Hochs macht, schafft es der RSI (Relative Strength Index) nicht mehr in die überkaufte Zone (>70). Er bildet tiefere Hochs.
Statt des Standard-MACD nutzen wir den PPO (Percentage Price Oscillator) oder den relativen MACD. Warum? Bei Indexständen von über 20.000 Punkten verzerren absolute Punktwerte das Bild. Der PPO zeigt die prozentuale Schwungkraft.
Wohin kann der Preis fallen? Wir nutzen keine willkürlichen Zahlen, sondern die Mathematik der Märkte.
| Schritt | Beschreibung |
|---|---|
| 1. Berechnung | Messen der gesamten Aufwärtsbewegung des letzten großen Zyklus (z.B. vom Corona-Tief bis zum aktuellen Allzeithoch) |
| 2. Golden Pocket | Eine Korrektur von 50% dieser gesamten Strecke ist in großen Zyklen absolut normal |
| 3. Beispiel | Anstieg: ca. 16.000 Punkte → Korrekturziel: -8.000 Punkte vom Top |
| 4. Zielzone | Der Bereich des alten Ausbruchsniveaus (Support-Retest) |
Hier scheitern die meisten Privatanleger. Sie kaufen kurzlaufende Knock-Out-Zertifikate mit hohem Hebel. Das Problem: Eine Seitwärtsphase oder eine kurze Bärenmarktrallye zerstört diese Position, bevor der Crash überhaupt beginnt.
Kurzlaufende KO-Zertifikate mit hohem Hebel → Position wird zerstört, bevor der Crash kommt
Statt zu zocken, investieren wir in eine Position mit langer Laufzeit (18–24 Monate).
| Parameter | Empfehlung |
|---|---|
| Instrument | Put-Option oder Optionsschein |
| Strike | Am Geld (At the Money) oder leicht im Geld |
| Laufzeit | Mindestens 1,5 Jahre in die Zukunft |
| Vorteil | Zeit für den Markt, die These zu bestätigen. Geringer Zeitwertverfall (Theta). Seitwärtsphase aussitzbar. |
Wie viel Kapital setzen wir ein?
| Szenario | Ergebnis |
|---|---|
| A: Wir liegen falsch | Der Markt bricht auf neue Hochs aus. Wir verlieren 1–2%. Das ist verschmerzbar („Versicherungsprämie“). |
| B: Wir haben recht | Durch die Hebelwirkung der Optionen vervielfacht sich der kleine Einsatz. |
„Bullenmärkte nehmen die Treppe nach oben. Bärenmärkte nehmen den Fahrstuhl nach unten. Aber man darf den Knopf für den Fahrstuhl nicht zu früh drücken.“